Vermutlich wurde der Riesling aus Wildreben am Oberrhein ausgelesen, erstmals erwähnt wurde er 1435 in Rüsselsheim. Der Name stammt vielleicht von der Neigung zur Verrieselung ab. Kleinbeerige spät reifende Traubensorte. Rieslingweine zeichnen sich aus durch eine bukettreiche, edle Blume und eine feine, fruchtige und rassige Säure. Sie gehören in guten Weinjahrgängen zu den edelsten Weinen der Welt. Je nach Qualitätsstufe zu leichten Speisen bis hin zu Desserts.
Nach dem Züchter Müller aus dem Kanton Thurgau in der Schweiz benannt. Er ist eine Kreuzung der Sorten Weißer Riesling und Madeleine Royal. Vorwiegend süffige, leichte, elegante Qualitätsweine mit angenehmem Muskatton und milder Säure. Frisch getrunken ist er am Schönsten. Lagerzeiten von 2 bis 3 Jahren sollten nicht überschritten werden, da sonst das feine Muskataroma verloren geht.
Wie bei vielen Sorten ist seine Abstammung nicht genau nachweisbar. Im Mittelalter kam die Sorte in Südtirol ( Traminer ) vor, verschwand aber nach 1500 aus dem Anbau und wurde erst um 1900 wieder entdeckt. Seine Weine sind geprägt von Rosenduft und Würze. Trocken ausgebaut harmoniert er zu markanten Terrinen, Fleischspeisen und Käse. Edelsüß wird er als Aperitif oder zum Dessert getrunken.
Morio Muskat wurde von Peter Morio von dem er auch seinen Namen hat 1928 aus Silvaner und Weißer Burgunder gezüchtet. Dezenter bis kräftiger Muskatton, vollmundig, goldgelb bei Vollreife. Wird meistens mit einer gewissen Restsüße bevorzugt getrunken. Eignet sich durch sein starkes Muskatbukett zu fast keinen Speisen.
Alte weiße Mutation aus der Burgunderfamilie, wurde vor ca. 150 Jahren ausgelesen und getrennt weitervermehrt. Große Weine vom pikanten an Apfel erinnernden Qualitätswein bis zur wuchtig – reifen, fruchtigen Auslese. Genuß zu hellen Speisen, Fisch oder zu hellem Braten bis hin zum Dessert. Häufig werden feinfruchtige Sekte aus ihm bereitet.
Georg Scheu kreuzte die Sorte 1927 aus Müller Thurgau und Silvaner. Der Name wurde scherzhalber von Eigenschaften der drei ersten Bundeskanzler Deutschlands abgeleitet: raffiniert wie Konrad Adenauer, voll und rund wie Ludwig Erhard, elegant wie Kurt Georg Kiesinger. Trocken ausgebaut, Partner zu kräftigem Braten, edelsüße Spezialitäten, eröffnen als Aperitif die Speisefolge oder ergänzen Desserts.
Gezüchtet von Herrn Breider aus Müller Thurgau und Siegerrebe. Sein Name stammt vom spanischen Philosophen Josè Ortega y Gasset. Bemerkenswert ist die sehr frühe Traubenreife, welche eine Verwendung als Eßtraube und Jungwein (Federweißer) erlaubt. Bei später Lese können im Regelfall dezent fruchtige, runde, nicht von Säure geprägte oder edelsüße, aromatische Auslesen gekeltert werden. Daher als Aperitif oder zum Dessert oder zu Terrinen und hellem Braten zu empfehlen.
Weltweit wichtigste, weißtraubige Form der Burgunderfamilie, soll von den Kreuzrittern aus Vorderasien nach Frankreich gebracht worden sein. Verbreitet wurde er dann von den Benediktinern aus dem Burgund in die ganze Welt. Bei reifer Ernte, wuchtig mit grüner Frucht und deutlicher Säure. Vielfalt der Weine ermöglicht den Genuß zu Terrinen, Fisch, Muscheln, hellen Braten und Käse.
Der Silvaner wurde wahrscheinlich ebenfalls wie der Riesling aus Wildreben an der Donau ausgelesen, dies konnte aber bisher nicht bestätigt werden. Nachweislich ist der Silvaner in Deutschland erstmals im Jahr 1665 in Franken angebaut worden. Je nach Konfessionszugehörigkeit der Landesfürsten wurde er früher auch Frankenriesling ( katholisch ) und Österreicher ( evangelisch ) genannt. Der Silvaner liegt in der Reife früher wie ein Riesling und bringt bei guten und gleichmäßigen Erträgen ausgewogene Weine von neutraler Art mit verhaltener, bekömmlicher Säure. Die Weine passen in der Regel zu Fisch und hellem Fleisch.
Der Ruländer gehört wie viele andere Sorten zur großen Familie der Burgunder. Er liefert jedoch weiße Weine. Die Sorte liebt tiefgründigen Boden in warmer Lage. Die mittel bis spät reifenden Trauben haben eine graurötliche Beerenfarbe. Es wird vermutet, daß der Ruländer möglicherweise eine Mutation aus dem Blauen Spätburgunder ist. Die Weine des Ruländers ergeben bei früher Lese leichte spritzige Weine bei später Lese schwere, bukettreiche bis zu öligen edelsüßen Dessertweine. Die Weine des Ruländers passen je nach Reifegrad zu Vorspeisen und Fisch, kräftige zu Braten und eventuell zu Wild und edelsüß als Aperitif oder zum Dessert.
Der Kerner wurde 1929 von August Herold aus Riesling und Trollinger gekreuzt und nach dem Weinsberger Arzt und Dichter Justinus Kerner benannt. Als Spätlese kräftig, eher rund und nußartig, als von Säure geprägt, manchmal mit dezentem Muskatton. Leichtere Weine mit höheren Säuregehalten an Riesling erinnernd. Die Weine des Kerners sind trocken ausgebaut zu Terrinen oder kräftigen Fleischspeisen oder edelsüß zu Desserts geeignet.
1916 von Georg Scheu dessen Namen er auch trägt aus Silvaner und Riesling gekreuzt. Das Bukett der Scheurebe erinnert an Schwarze Johannisbeeren, trocken ausgebaut mundet er zu kräftigen Fleischspeisen, edelsüß, als Aperitif oder zum Dessert.
1929 von Herrn Birk aus Weißer Riesling und Grüner Silvaner gezüchtet. Seinen Namen erhielt er von der Burgruine Ehrenfels bei Rüdesheim. Betont fruchtiger, rieslingähnlicher Typ mit einer rassigen Säure. Auffallend ist das dezente, elegante, leicht an Veilchen erinnernde Bukett. Die Weine entwickeln sich schneller als Rieslingweine, hohe Qualitäten lassen sich aber ebenfalls lange lagern.
Wurde ebenfalls 1927 von Georg Scheu aus Gutedel und Courtillier Musquè gekreuzt. Seinen Namen erhielt er nach dem Versuchsanbauer Fritz Huxel. Die Trauben der Huxelrebe sind vorzügliche Tafeltrauben, aus denen hochwertige weiße Weine gekeltert werden, die sich hervorragend als Begleiter zu Desserts eignen. Die Weine sind verhältnismäßig lange lagerbar.
Die Muskatellerfamilie gehört zu den ältesten Rebsorten, die von Menschen in Kultur genommen wurden. Seine Heimat ist daher Vorderasien. 1546 wurde er erstmals in Deutschland erwähnt. Zur Zeit sind etwa 200 veschiedene Arten bekannt. Die hohen Lagenansprüche und die Neigung zur Verrieselung begrenzen den Anbau und den Ertrag bei uns. Im Gegensatz zum Gewürztraminer sind die Weine des Muskatellers schlanker und säurebetonter. Es werden meist edelsüße Dessertweine aus ihm gekeltert.
Nach sich allgemein durchsetzender Kenntnis wurde er um 1772 vom Freiherren de Fries von Portugal nach Bad Vöslau in Österreich gebracht. Johann Philipp Bronner brachte 1840 die Sorte nach Wiesloch von wo sie in ganz Deutschland regen Absatz fand. Aus dem Blauen Portugieser werden zarte, blumige Weißherbste, die als Begleiter zu Vorspeisen,Terrinen oder Muscheln munden, gekeltert. Die Portugieser Rotweine sind meist hellrot, blumig, duftend und zartfruchtig. Bei sehr gutem Reifezustand können sie eine dunkelrubinrote Farbe und eine samtige Fülle erreichen. Als Essensbegleiter passen sie so zu kräftigen Braten, Wild und Käse.
August Herold kreuzte die Sorte 1955 aus Helfensteiner (Frühburgunder x Trollinger) und Heroldrebe (Portugieser x Limberger), seinen Namen erhielt er von dem Weinbaufachmann Imanuel Dornfeld aus Weinsberg. Die Weine des Dornfelders sind betont fruchtig, tiefdunkel bis blaurot. Je nach Reife und Ausbauart zarter bis markanter Rotwein, der im ersten Fall zu Braten und Vorspeisen und im zweiten zu Wild und kräftigem Käse getrunken wird.
Die im Bordeaux schon vor dem 19. Jahrhundert erwähnte Sorte ist erst seit ein paar Jahren in Deutschland zum Anbau freigegeben. Der Name soll sich nach Überlieferung von Merle (=Amsel) ableiten, da den Vögeln eine besondere Vorliebe für diese Rebsorte nachgesagt wird. Der tiefdunkle samtige Rotwein passt hervorragend zu Wild und Käse.
Eine Kreuzung von Lemberger und Dornfelder und wird durchweg als Lemberger ähnlich charakterisiert. Die Weine besitzen eine hohe Farbintensität mit feinen Fruchtaromen, einen hohen zuckerfreien Extrakt und fügen sich hervorragend als markante Rotweine in unser Rotweinspektrum ein. Sie sind besonders geeignet zu kräftigem Fleisch und Käse.
Die weiße Rebsorte stammt aus Frankreich und wird dort bereits seit Jahrhunderten hauptsächlich an der Rhone angebaut. Ende des 19. Jahrhunderts nach der Reblaus – Katastrophe war sie fast ausgestorben. Erst mitte der 1980er Jahre erlebte sie eine Renaissance. Sie hat eine kräftige Farbe. Die feine Säure und die exotischen
Fruchtaromen runden das Geschmackserlebnis ab.
Charakteristisch ist jedoch der Duft, der an Aprikosen, Pfirsich und Veilchen oder Maiglöckchen erinnert. In der Pfalz werden zur Zeit etwa 3 ha im Versuch angebaut.
Die rote Rebsorte wurde 1970 von Helmut Schleip und Bernd H.E. Hill in Weinsberg aus Lemberger X Cabernet Sauvignon gezüchtet. Die farbintensive und tanninreiche Sorte, benötigt eine lange Faß- bzw. Flaschenlagerung um Ihre optimale Reife zu erreichen.
Sie ist daher prädisteniert für einen Ausbau im Barriquefass. Seine feinen Fruchtaromen erinnern an Cassis. Er eignet sich zu kräftigen Speisen und Käse.
Nach sich allgemein durchsetzender Kenntnis wurde er um 1772 vom Freiherren de Fries von Portugal nach Bad Vöslau in Österreich gebracht. Johann Philipp Bronner brachte 1840 die Sorte nach Wiesloch von wo sie in ganz Deutschland regen Absatz fand. Aus dem Blauen Portugieser werden zarte, blumige Weißherbste, die als Begleiter zu Vorspeisen,Terrinen oder Muscheln munden, gekeltert. Die Portugieser Rotweine sind meist hellrot, blumig, duftend und zartfruchtig. Bei sehr gutem Reifezustand können sie eine dunkelrubinrote Farbe und eine samtige Fülle erreichen. Als Essensbegleiter passen sie so zu kräftigen Braten, Wild und Käse.
Frühreifende, noch wenig verbreitete, fruchtig-samtige bis säurebetonte dunklen Rotwein bringende Rebsorte, die aus dem Elsaß etwa um 1800 nach Deutschland kam. Ihr Name wurde vermutlich wegen der frühen Reife vom Namenspatron St. Lorenz ( 10 August) abgeleitet. Die vollfruchtigen und samtigen Weine mit ihrer tiefroten Farbe passen sehr gut zu Wild und kräftigem Käse.
Die Herkunft ist sehr schwer zu ergründen. Vermutlich ist seine Heimat im Midigebiet (Bordelais) oder im Ebro Tal in Nordspanien von den Römern bereits im Medoc angebaut und von dort aus von den aquitanischen und englischen Höfen in der ganzen Welt verbreitet. Gehört heute zu den meist angebauten Sorten der Welt. Cabernet Sauvignon läßt sich sehr gut lagern und entfaltet sein hervorragendes Bukett erst nach 5 – 10 Jahren. Die feinen, geschmeidigen und körperreichen älteren Weine dieser Sorte mit tiefroter Farbe können ein leichtes Veilchenbouquet aufweisen. Sie munden am besten zu kräftigem Fleisch, Wild und Käse.
Herkunft möglicherweise aus einer der ältesten Weinbauregionen der Welt um die persische Stadt Schiraz, von dort aus wurde er von den Griechen und den Kreuzrittern nach Hermitage südlich von Lyon gebracht. Tiefrot, tanninreich mit Duft von Veilchen und Reseda. Daraus entsteht ein Aromagemisch, das an Trüffel, Ambra, Lakritz und Taback erinnert. Lang anhaltendes durchdringendes Bukett. Unser Syrah wird generell im Bariquefass ausgebaut und zu den angesprochenen Aromen kommen noch leichte Vanilltöne hinzu. Eignet sich für sehr kräftigen Käse und Braten.
Anfang des 20. Jahrhunderts in Edenkoben von Gustav Adolf Froelich aus Portugieser X Färbertraube ( Teinturier du Cher ) gezüchtet. Die Trauben des Dunkelfelders sind blau – schwarz, das Fruchtfleisch sehr stark gefärbt. Er wird hauptsächlich als Deckrotwein verarbeitet und nur ganz selten als eigenständige Rebsorte ausgebaut. Die tief dunkelroten Rotweine haben einen sehr hohen Gerbstoffgehalt was dem Wein ein südländisches Flair verleit. Er eignet sich am besten für Wild und kräftigen Käse.
Wurde 1972 ebenfalls von Helmut Schleip und Bernd H.E. Hill in Weinsberg aus den Rebsorten Dornfelder X Cabernet Sauvignon gezüchtet und wird heute in der Pfalz auf ca 78 ha angebaut. Die Rebsorte hat eine hohe Frostfestigkeit und ist verhältnismäßig säurearm. Die ausgebauten Weine haben deutliche Kirsch und Paprikaaromen und erinnern an internationale Cuvees aus Cabernet Sauvignon und Merlot. Sie eignen sich auch sehr gut für einen Ausbau im Holz bzw. Barriquefass und sind als Essensbegleiter für Schimmelkäse und kräftigen Braten geeignet.
Für Güte und Wert eines Traubenmostes ist das Mostgewicht, gemessen in „Grad Öchsle“ ( entspricht ca 2,4 g Zucker incl. Extrakt / pro Liter Traubenmost )von ausschlaggebender Bedeutung.
*Wobei Eiswein erst ab einer Temperatur von minus 6 Grad unter dem Gefrierpunkt gelesen werden darf.
Brut de brut oder extra brut ist die trockenste Art Sekt zu trinken: